Normalerweise spüren wir unsere Zähne nicht. Tag für Tag verrichten sie klaglos ihre Arbeit, beschweren sich weder über heißes Essen noch über kaltes Trinken. Schon ein kleines Wunder! Dennoch kommt es vor, dass sich ein Zahn „meldet“. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Zahnschmerzen können in der Tat „höllisch“ werden, und man glaubt, die Wände hoch gehen zu müssen. Es gibt viele Ursachen, warum Zahnschmerzen entstehen. Nicht nur Karies, auch eine Zahnfleisch- oder eine Zahnwurzelentzündung (Zahnabszeß) oder der Durchbruch eines Weisheitszahnes kann Schmerzen auslösen. Selbst bei Flugreisen, beim Tauchen oder bei Bergtouren kann es, bedingt durch den erhöhten Druck und einer bisher unbekannten Karies, plötzlich zu starken Zahnschmerzen kommen.

Wer bei Zahnschmerzen angebliche Tapferkeit zeigt, um sich in Wirklichkeit den Weg zum Zahnarzt zu ersparen, tut sich nichts Gutes. Denn der Schmerz ist ein Warnsignal des Körpers. Unbeachtet wird Schaden nur größer, kann sogar im schlimmsten Fall nicht mehr repariert werden. Am Anfang sind die Schmerzen noch gering. Vielleicht nur ein leichtes „Ziehen“ bei heißem Kaffee oder bei etwas Süßem. Manchmal vergehen die Beschwerden sogar nach einigen Wochen. Eine trügerische Ruhe, denn der Schaden, beispielsweise Karies unter einer alten Füllung, besteht weiter und wird sich wieder bemerkbar machen. Dann aber mit stärkeren Schmerzen. Mit wild pochendem Dauerschmerz meldet sich der kranke Zahn zurück. Der Zahnnerv ist akut entzündet. Der Zahnarzt spricht von einer „Pulpitis“.

Wenn jetzt nicht sofort der Zahnarzt einschreitet, stirbt der Zahnnerv ab und die Entzündung breitet sich in den Kieferknochen aus. Der Knochen löst sich auf, die Backe rötet sich und schwillt an, die Lymphknoten vergrößern sich und der Zahn scheint sich zu verlängern. Selbst behandeln können Sie den Schaden nicht. Es genügt daher auch nicht, dass Sie den Schmerz mit starken schmerzstillenden Medikamenten bekämpfen.

Erste Hilfe bei Zahnschmerzen

Nicht immer ist sofort ein Zahnarzt  erreichbar, um Ihnen zu helfen. Als erste Maßnahme bei Zahnschmerzen können Sie einen feuchten Lappen oder einen Eisbeutel auflegen. Gut geeignet sind Gelpackungen, die im Kühlschrank auf entsprechende Temperatur gebracht werden. Auch das Zerkauen einer Gewürznelke kann kurfristig die Beschwerden etwas lindern, die Ursache wird jedoch nicht beseitigt! Alkohol, Koffein, Nikotin, Teein und Wärme sollten Sie vermeiden, da sie die Schmerzen nur verstärken. Ist kurzfristig kein Zahnarzt erreichbar, hilft die Einnahme eines Schmerzmittels (z.B. mit Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol). Wenn Sie allerdings schon damit rechnen, dass ein chirurgischer Eingriff, beispielsweise das Ziehen des schmerzenden Zahnes zu erwarten ist, sollten keine Acetylsalicylsäurepräparate eingenommen werden, da sie eine erhöhte Blutungsgefahr bewirken.

Keiner gesonderten Erwähnung bedarf es, dass schnellstens ein Zahnarzt aufgesucht werden sollte. Die Abklärung der Ursachen für die Schmerzen ist oberstes Gebot, in erster Linie um den Zahn behandeln zu lassen und um eine Verschlimmerung der Beschwerden  zu verhindern.

Sicherlich: Zahnschmerz ist äußerst unangenehm. Aber in der modernen Zahnmedizin gibt es viele Möglichkeiten, den Schmerz und vor allem die Ursache zu beseitigen. Ganz anders sah das noch zu Zeiten des Zeichners und Dichters Wilhelm Buschs aus. Da zu jener Zeit noch keine systematische zahnärztliche Betreuung erfolgte, ging man erst bei Zahnschmerzen zum Zahnarzt. Aufgrund der damals noch begrenzten Behandlungsmöglichkeiten bestand die Therapie dann meist im Zahnziehen.
Sehr anschaulich beschreibt Busch in seinen Bildergeschichten „Balduin Bählamm, der verhinderte Dichter“ und „Der hohle Zahn“ die Auswirkungen von Zahnschmerzen auf die psyche des Patienten.

Zahnschmerzen sollten Sie auf keinen Fall über einen längeren Zeitraum mit Schmerzmitteln selbst behandeln. Foto: © Jostein Hauge. Fotolia.com.

Wird der Zahnschmerz ignoriert, kann sich die Entzündung im Kieferknochen ausbreiten.

Was kann ich tun, wenn ich Erosionen habe?

Sie sollten nach Möglichkeit Säuren meiden, denn Erosionen kommen zum Stillstand, wenn die Säureeinwirkung aufhört. Die wirksamste Schutzmaßnahme ist die häufige Anwendung von Fluorid in Form von Mundspüllösungen und eines konzentrierten Fluoridgels. Die Anwendung sollte von Zahnarzt individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt sein. Saure Nahrungsmittel sollten Sie zusammen mit Milchprodukten verzehren, da Milchprodukte sehr kalziumreich sind.

In manchen Fällen kann eine individuell abgestimmte sanfte Mundhygiene notwendig sein. Nur in besonders schweren Fällen ist eine Versorgung der Zähne mit Kronen oder Teilkronen nötig. Das kann in vielen Fällen bei rechtzeitigem Eingreifen jedoch vermieden werden.

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