Wie wird eine Gingivitis behandelt?

Im Zustand der Entzündung können kurzzeitig  zur Verringerung der Bakterien auch spezielle Mundspüllösungen, Gels oder Mundsprays zur Desinfektion eingesetzt werden. Ein sehr bewährter Wirkstoff ist hierbei Chlorhexidin (CHX), z. B. in Form von 0,2%iger Chlorhexidinlösung. Chlorhexidin ist anderen Wirkstoffen bezüglich der Plaquehemmung erwiesenermaßen überlegen (Addy 1986Lang u. Brecx 1986, Addy u. Renton-Harper 1997, Brecx 1997). Aufgrund seiner guten Wirkung zählt Chlorhexidin zum sogenannten Goldstandard bei der  Mundhöhlenantiseptik und Plaquehemmung.

Wegen des möglichen Auftretens von gelbbraunen Verfärbungen an den Zähnen und Geschmacksstörungen (Löe et al.1976; Greenstein et al. 1986) sollte die Anwendungsdauer auf zwei bis drei Wochen beschränkt und nur in Ausnahmefällen überschritten werden. Das Irritationspotenzial von Chlorhexidin auf Haut und Schleimhäuten ist in den Anwendungskonzentrationen so gering, dass auch die wiederholte Anwendung gut vertragen wird. Hinsichtlich krebserzeugender  Eigenschaften besteht ein großer Sicherheitsfaktor, so dass eine Schädigung des menschlichen Organismus bei bestimmungsgemäßer Anwendung von CHX ausgeschlossen werden kann (Splieth u. Kramer 2001). Wegen einer weit geringeren Verfärbungstendenz kann zur langfristigen Unterstützung der Mundhygiene mit antibakteriellen Wirkstoffen auf niedrig dosierte Chlorhexidinlösungen (Arweiler u. Ilse 2007) oder auf Wirkstoffe wie Aminfluorid/Zinnfluorid, Cetylpyridiniumchlorid plus Zinkchlorid oder eine spezielle Mischung aus ätherischen Ölen zurückgegriffen werden.

Chlorhexidin ist ein Wirkstoff, der Bakterien abtötet. Chlorhexidin-Präparate können daher die Zahl der Bakterien im Mundraum deutlich reduzieren.

Linkes Bild: Nach der Anwendung von Chlorhexidin über vier Tage hat sich trotz Verzicht auf Zähneputzen so gut wie kein Zahnbelag gebildet. Rechtes Bild: Zum Vergleich dazu derselbe Patient, der über vier Tage ein Plazebo verwendete. Nach Anfärben wird der Zahnbelag erkennbar.(Foto: Spitta)

Zu beachten ist, dass viele Chlorhexidin-Mundspüllösungen Alkohol als Lösungsvermittler enthalten. Diese Lösungen sind für Kinder, Schwangere und „trockene“ Alkoholiker nicht geeignet. Zwischenzeitlich werden aber auch alkoholfreie Chlorhexidin-Lösungen angeboten. Laut einer aktuellen Studie der Arbeitsgruppe um Professor Dr. Thomas Hoffmann von der Universität Dresden, die den Einfluss von Mundspülungen mit Chlorhexidin auf die Entwicklung von gingivalen Entzündungen untersucht hat, haben alkoholfreie Lösungen ohne Alkohol (untersucht wurde meridol® paro CHX 0,2%) eine identische plaquehemmende und antibakterielle Wirkung wie die Chlorhexidin-Vergleichslösung mit Alkohol.

Bei allen CHX-Lösungen muss beachtet werden, dass die in 80% aller Zahnpasten enthaltenen anionischen Tenside (z. B. Natriumdodecylsulfat) die Wirkung von Chlorhexidin beeinträchtigen. Daher sollte zwischen dem Zähneputzen und dem Spülen mit einer CHX-Lösung eine Wartezeit von 30 Minu¬ten eingehalten werden.

Sollte trotz Reinigung und der Anwendung einer CHX-Lösung die Gingivitis weiter bestehen, müssen andere Ursachen (z. B. Medikamente, Hormone) der Erkrankungen in Betracht gezogen und bei Bedarf behandelt werden. Sind auf den Zähnen bereits harte Beläge vorhanden, muss in der Zahnarztpraxis eine Zahnsteinentfernung erfolgen. So behandelt ist die Zahnfleischentzündung nach ein paar Wochen vollständig abgeklungen. Das Zahnfleisch blutet nicht mehr und ist gesund.

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