Parodontitis-Behandlung

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Wie wird eine Parodontitis (Zahnbetterkrankung) behandelt?

Zur Behandlung einer Parodontitis reicht eine einfache Zahnreinigung zu hause nicht mehr aus. Nur eine in der Zahnarztpraxis durchgeführte systematische Parodontalbehandlung kann einen Stillstand der Zahnbettentzündung bewirken. Die Parodontalbehandlung läuft immer in mehreren Stufen ab.

1.Vorbehandlung

 

Indikation Kontraindikation
  • bei einer durch Plaque (Beläge) verursachten Entzündung des Zahnhalteapparates
  • Patienten mit erhöhter Blutungsneigung (Rücksprache mit Hausarzt)
  • Patienten mit Herzerkrankungen (Rücksprache mit Hausarzt)

In der Vorbehandlung werden zunächst harte und weiche Beläge von den Zähnen entfernt. Außerdem erhält der Patient individuelle Hinweise für seine Mundpflege. Bei Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen ist nach der Vorbehandlung, aber vor dem Beginn einer systematischen Parodontalbehandlung ein Parodontalstatus (PAR-Status) zu erstellen.

Hierzu werden  die Tiefen sämtlicher Zahnfleischtaschen mittels einer parodontalen Mess-Sonde (PSI-Sonde) ermittelt. Zu den Standarduntersuchungen gehört die Anfertigung eines Einzelbilder-Röntgenstatus bzw. einer Gesamtaufnahme (Orthopantomogramm (OPG)) der Kiefer. Da die bisher vorhandenen mikrobiologischen Tests hinsichtlich ihrer klinischen Bedeutung noch nicht ausreichend nachgewiesen sind, ist nur in einigen wenigen Fällen eine mikrobiologische Analyse zur weiteren Diagnostik und Therapieplanung hilfreich. Dies betrifft in erster Linie therapieresistente, so genannte „refraktäre Parodontitiden“ (Walter et al. 2005).

2.Hauptbehandlung (Parodontalbehandlung)

 

Indikation Kontraindikation
  • nach Vorbehandlung noch tiefe Zahnfleischtaschen (>5mm) vorhanden.
  • Knochentaschen
  • freiliegende Furkationen
  • Patient führt keine oder nur unzureichende
    häusliche Mundhygiene durch
  • Allgemeinerkrankungen, die eine Operation im Mund verbieten

Während in der Vorbehandlung weiche und feste Beläge im Bereich der Zahnkrone entfernt wurden, erfolgt jetzt die Reinigung der Zahnwurzeloberflächen, die sogenannte „Kürettage“. Die Zähne werden sozusagen unter dem Zahnfleisch geputzt. Zahnstein, Plaque und Bakterien werden entfernt, so dass der Körper wieder in der Lage ist, die Entzündung selbst in den Griff bekommt. Diese Reinigung geschieht schmerzlos in örtlicher Betäubung. Verwendet werden feine Hand- oder Ultraschallinstrumente.

Ist die Parodontitis schon weit fortgeschritten und die Zahnfleischtaschen dementsprechend sehr tief, muss das Zahnfleisch zur Entfernung der Beläge an den betroffenen Zähnen chirurgisch abgelöst werden („Lappenoperation“). Nach der gründlichen Säuberung der Zahnwurzeln und der Glättung des Knochens unter Sicht wird das Zahnfleisch wieder an die Zähne angelegt und vernäht. In einigen Fällen kann eine Antibiotikatherapie sinnvoll sein.

Diese klassische Parodontaltherapie verhindert das Wiederaufleben der Parodontitis. Der bereits abgebaute Knochen wird aber nicht wiederhergestellt. Er bleibt reuziert und die Zahnhälse erscheinen länger.

Mit Hilfe der gesteuerten Geweberegeneration (Guided tissue regeneration = GTR) besteht heute die Möglichkeit, den abgebauten Knochen und die Zahnhaltefasern wieder aufzubauen. Bei diesem Verfahren wird eine Folie zwischen Zahnfleisch und den Zahnhalteapparat gelegt. So kann der Körper die langsam wachsenden Stütz- und Haltezellen wieder aufbauen, bevor die rasch in die Tiefe wachsenden Zellen des Zahnfleisches den Raum füllen.

Eine andere Technik zur Wiederherstellung des abgebauten Knochens ist das Einpflanzen von körpereigenen Knochenteilen (autologe Augmentation) oder das Einbringen von körperfremden Wachstumsproteinen. In günstigen Fällen kann durch diese Therapien die Hälfte des abgebauten Knochens wieder aufgebaut werden. Eine völlige Wiederherstellung ist aber auch mit diesen Verfahren nicht möglich.

3. Nachsorge
Durch die Parodontalbehandlung ist die Parodontitis zum Stillstand gekommen. Mit einer gründlichen Zahnpflege kann der Patient nun selbst dazu beitragen, eine erneute Entzündung zu vermeiden. Genauso wichtig sind regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt. Hier werden die Zähne auf vorhandene Beläge untersucht und festgestellt, ob das Zahnfleisch entzündungsfrei ist. So bleiben die Zähne und der Zahnhalteapparat bis ins hohe Alter gesund.

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2021-07-22T12:55:39+02:00
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